Obwohl das genaue Datum nicht feststeht, darf man doch mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass das mehrgeschossige Keller- und Lagergebäude der über 600 Jahre alt ist.

In seinen mächtigen teils in hartes Schiefergefels gemeißelten Gewölben sind daher von über 20 Winzergenerationen ungezählte Jahrgänge gekeltert und zu edlen Moselweinen ausgebaut worden.


Zwischen 1350 und 1400 hat der letzte kinderlose Sponheimer Graf Johann V der Stadt Traben - Trarbach, die seit 1254 ein erstes Siegel führte, neben der Grevenburg (=Grafenburg), durch verschiedene Großbauten ihr äußeres Gepräge gegeben. (wie türmereiche Stadtbefestigung, Hospital und Rittersaal- so auch an dieser Stelle ein Salz- und Pulvermagazin (die heutige Kellerschänke Storcke Stütz) wie es in alten Flur- und Katasterunterlagen heißt.

Über die noch heute von hier aus zur Burg führende in den Fels geschlagene Treppe wurden so manche wichtige Dinge wie Salz, Pulver und Wein mühselig hinaufgeschleppt.




Wir können heute auf vier literarische Quellen zurückgreifen. In der




Hier wird also erstmals die Verwendung auch als Gaststätte und Wirtshaus aktenkundig. In späteren Zeiten hat es dann einen Quacksalber und Scharlatan gegeben, denn wie unser Gewährsmann berichtet:





Eine ähnliche Schilderung des Vorfalls gibt 150 Jahre später der aus Trarbach gebürtige Bremer Professor Dr. Adam Storck in den "Darstellungen aus dem Preussischen Rhein- und Mosellande" (Essen 1818). Nach knapp 100 Jahren berichtet 1909 Pfarrer Ernst Schütz von einer anderen "Zweckentfremdung" des genannten Laboratoriums. Nachdem hier 1557 auf landesväterlichen Ratschluß die Reformation eingeführt worden war, kam es in der Gegen - Reformation 1629 zum sogenannten Restitutions - Edikt Kaiser Ferdinands, wonach katholische Kirchen wieder zurück zu geben waren. Zu dieser Zeit des 30- jährigen Krieges litt Trarbach diesmal gerade unter spanischer Besetzung.





In den Zeitläufen danach hat das dreigeschossige Kellereigebäude mehrere Male den Besitzer gewechselt. Immer konnte man die Gunst des natürlichen Gefälles der Geschoßhöhen für eine zweckmäßige Weinbereitung ausnutzen.


Die Trauben wurden vom Schlossberg in "Butten" auf dem Rücken im obersten Stocken angeliefert und dort gekeltert. Der Most lief dann zur Vergärung durch Schläuche ohne elektrische Pumpen in den mittleren Lagerkeller - und nach einigen Wochen beim "Abstich" als klarer Wein in die unteren Gewölbe, wo rund um die mächtige Sandsteinsäule die eichenen Fuderfässer lagerten.




Das traditionsreiche Weingut Friedrich Storck, seit 1661, erwarb das Anwesen vor rund 5 Jahrzehnten und widmete das historische Gebäude nunmehr dem Ziel, den Besuchern und Gästen unseres Moselstädtchens ein stimmungsvolles Ambiente für einen kultivierten Weingenuß zu bieten.